Bewusster leben?! Durch gezielte Perspektivwechsel die Persönlichkeitsentwicklung voran bringen und das eigene Bewusstsein nachhaltig erweitern.
- Anja

- 23. Apr. 2025
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 24. Apr. 2025

Was bedeutet eigentlich Persönlichkeitsentwicklung und was hat sie mit unsererm Bewusstsein zu tun?
Wie gelangt man, von dem großen Chaos, dass wir das alltägliche Leben nennen, hindurch zu sich? Zu seinem eigenen wahren Selbst? Dahin wo die Lebensenergie konstant sprudelt, jedes Ereignis ein Erlebnis ist, wo von Herzen gelacht und in der Tiefe entspannt wird.
Ich spreche hier von echter, nachhaltiger Lebensfreude, von Lebenslust, kindlicher Neugierde und Offenheit, nicht von einem spontanen Lächeln oder einem Moment der Unbeschwertheit.
Wie findet man, zwischen den Anforderungen des alltäglichen Lebens mit all seinem vermeintlichen Sollen und Wollen, wer man wirklich ist und was man wirklich will?
Ohne sich über sich selbst und die sich umgebenden Umstände bewusst zu werden, ist dies geradezu unmöglich…
Jens Corssen ein erfahrener Diplompsychologe und kognitiver Verhaltenstherapeut der in seiner Funktion als Spezialist für mentale Selbstführung nicht nur Führungskräfte aus den Bereichen Wirtschaft und Medien, sondern auch Fußballprofis berät, spricht im Rahmen seines Programmes „der Selbstentwickler“ von einer „Grundverstimmtheit“ innerhalb unserer Gesellschaft. Er „verdiene sein Geld damit, dass wir Menschen das ablehnen, was ist." Das Wetter, die Nachbarn, den Chef, die Denk- oder Verhaltensweisen unseres Partners. Freud nennt dieses Phänomen "Projektionen", einen Abwehrmechanismus, der dafür sorgt, dass wir die eigenen unerträglichen Gefühle, Phantasien und Wünsche einem anderen Menschen, Objekt oder auch Umstand zuschreiben und sie dort stellvertretend verfolgen und bekämpfen. Besonders klar werden uns unsere Projektionen, im Erkennen der Tatsache, dass wir wütend werden auf Gegenstände und Umstände. Wir stoßen uns den Zeh am Tischbein, stöhnen auf und ächzen „scheiß Tisch!“. „Scheiß Wetter, scheiß Stau, scheiß Arbeit!“ Wir regen uns ständig auf, quasi aus Gewohnheit und ignorieren dabei komplett welche Folgen dies für uns und unser Umfeld hat. Und wie überaus idiotisch dieses Verhalten ist.
Regen z.B. zum lange im Voraus geplanten Zeltausflug, entspricht weder unserem Ideal noch unserer Wunschvorstellung. Haben wir uns aber dazu entscheiden in einer Region Zelten zu gehen, in welcher immer wieder mit Niederschlägen zu rechnen ist, ist es dann nicht geradezu verrückt sich die Stimmung verregnen zu lassen?
Denkt man mal bewusster darüber nach, ist es nicht generell ziemlich verrückt, sich die Stimmung von irgendetwas verregnen zu lassen? Dieses banale Beispiel lässt sich auf zahlreiche Situationen unseres Alltags übertragen. Nehmen wir an wir wissen bereits, dass unser Partner einen Hang zu Unpünktlichkeit hat. Regen uns aber trotzdem jedes Mal wieder auf, fühlen uns nicht gewertschätzt oder sind einfach genervt wenn er sich, aus welchen Gründen auch immer, mal wieder verspätet. Dann kommt es sehr häufig immer wieder zu gleich ablaufenden Diskussionen mit teilweise intensiven Besserungsbekundungen oder auch komplizierten Erklärungsversuchen, die aber nach einigen Jahren eigentlich keinen der beiden Partner mehr so richtig befriedigt aus so einer Situation heraus kommen lassen.
Ein ganzes Konglomerat aus diversen Alltagssituationen, natürlich gepaart mit anderen Frustrationen aus der Arbeitswelt und auch dem Privat- und Familienleben, bildet unseren „Grundfrust“ unsere „Grundverstimmung“. Viele von uns sind beizeiten so gestresst, dass sie froh sind, wenn der Tag, die Woche, der Monat oder auch das Jahr, einfach vorbei sind. Einige warten sogar darauf, dass das Leben vorbei ist. Das mag sich erstmal etwas dramatisiert anhören, wird aber leider immer häufiger zur Alltagsrealität vieler Individuen.
Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) nimmt die Anzahl an Suiziden immer weiter zu. Der Raum und die Energie, die wir für den Genuss des Lebens zur Verfügung hätten, gehen uns auf diese Weise verloren. Versickern kontinuierlich in unaufhörlichen Debatten, häufig auch nur mit uns selbst. Debatten darüber warum der, die, das nicht anders sein kann. Anstelle davon uns voll und ganz auf uns selbst zu konzentrieren und einen Perspektivwechsel vorzunehmen. Jedes Mal, wenn unser Partner zu spät kommt, wir im Stau festsitzen, obwohl wir es gerade eilig haben oder es auf unser Zelt regnet, liegt darin eine Chance für uns. Die Chance dazu unsere Gefühle wahrzunehmen und uns auf uns und unsere Wahrnehmungen einzulassen. Und die Chance dazu uns Fragen zu stellen, in uns hineinzuhören und zu beobachten, was diese Situationen genau mit uns machen.
Wie fühlt es sich in uns an? Welche Gedanken und Gefühle kommen hoch?
Kennen wir diese Gefühle bereits? Wenn ja, woher ?
Warum ist Unpünktlichkeit (oder welches Problem auch immer) so ein Thema für uns?
Sich diese Fragen zu stellen, anstelle davon einfach die aufkommenden Gefühle auszuleben oder auch zu unterdrücken bedeutet ein bewussteres Leben zu führen. Sich mit sich und den individuellen Bedürfnissen bereitwillig auseinanderzusetzen, anstelle davon die Umstände und den anderen ändern zu wollen ist entscheidender Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung.
Meine Mentorin hat einmal zu mir gesagt „Vorstellungen sind Bilder, die du vor die Realität stellst“. Das heißt: alles, was wir uns vorstellen sind Bilder, welche wir vor die Realität stellen. Wirklich wichtig allerdings ist, was die Realität ist. Und aktuell ist die Realität, dass wir alle viel zu viel mit dem beschäftigt sind, was außerhalb von uns passiert. Abhängig von den Umständen und den Verhaltensweisen anderer. Anstelle davon, uns über die in uns ablaufenden Gefühlsprozesse bewusst zu werden, uns diese anzuschauen, sie verstehen und heilen zu lernen.
Ich bin der festen Überzeugung, dass viele von uns dafür mit ihrem Lebensglück bezahlen, und in letzter Konsequenz zahlen wir alle dafür mit dem Weltfrieden.
Da egal wie sehr es uns gelingt uns in unsere Komfortzone zurückziehen oder wir im Stande dazu sind diese auszudehnen, die Konfrontation mit der Welt und unserem Schmerz wird nicht ausbleiben. Zu zuverlässig mahlen die Mühle des Lebens, als das auch nur einer Seele der Schmerz erspart bleiben wird, menschlich zu sein. Unsere Wut ist ein Ausdruck von diesem Schmerz, in der Psychologie ein abwehrendes Gefühl, das sich vor unsere Trauer stellt und damit deren Verarbeitung verhindert. Diese Wut wird zusehends auch gesellschaftlich immer spürbarer. In der Entwicklung des menschlichen Bewusstseins haben wir so einige wichtige Schritte verpasst. Ganze Ebenen im Bereich Psychohygiene und mentale Gesundheit. Der Andere, das Wetter und der Stau, sind nicht daran schuld wie wir uns fühlen. Alles was wir gesehen, gefühlt und erlebt haben und wie wir darauf reagiert, was wir davon geglaubt und als für uns wahr abgespeichert haben, entscheidet darüber wie wir uns heute fühlen. Daher lohnt es sich sich diesen Teilen unseres Lebens zuzuwenden, anstelle davon sich mit den ständig selben Beschwerden im Kreis zu drehen und zu versuchen das Außen zu verändern, können wir ändern wie wir auf das Außen reagieren. Ganz einfach dadurch, dass wir beginnen uns selber zu verstehen und unseren Gefühlen echte Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Das ist der erforderliche Perspektivwechsel.
Sich diesen Teilen unseres Lebens zu zuwenden.
Ich denke man spricht von „Selbstbefreiung“, weil in genau diesem forschen und heilen, wahre Befreiung steckt und das Potential zur persönlichen Veränderung liegt.
Wenn wir nicht mehr davon abhängig sind, was im Außen passiert, wenn das Glück welches wir empfinden nicht mehr in den Händen der Welt, des Partners oder der Umstände liegt, sondern in unseren eigenen. Wenn die gesamte Verantwortung für unser Glück, ganz bewusst bei uns selbst liegt, dann sind wir frei. Oder zumindest schon mal ein ganzes Stückchen freier als der neurotische Durchschnittsbürger.
Frei für den Weg in ein harmonisches Leben, in dem wir zu einem Teil der Lösung werden. So komisch das auch klingen mag, es ist der Teil in uns, der mit der Welt und ihren Umständen in Konflikt geht, der drängt, zweifelt und gegen sie ankämpft, der die Schwere in unser Leben bringt. In diesem Kampf gebündelt, hängt die Lebensenergie von so vielen von uns fest. In diesem Kampf verlieren wir unsere Lebenslust und unsere Lebensfreude.
Aus diesem Grund habe ich Feal-feeltoheal gegründet. Und weil ich aus eigener Erfahrung weiß, dass nur ein bewusster Umgang mit der eigenen Wahrheit und dem eigenen Sein die Möglichkeit zur nachhaltigen Veränderung auf so vielen Ebenen unseres alltäglichen Lebens eröffnet. Nur wenn es uns als Individuen gelingt unsere unterdrückten Anteile wieder zuzulassen, unseren Schmerz tatsächlich zu fühlen und dadurch Schritt für Schritt zu heilen, können wir endlich das volle Potential leben, dass ein menschliches Herz naturgemäß mit sich bringt.
Wenn dieser Beitrag in dir die Neugierde geweckt hat auch deine Weltsicht und deine Reaktionen mal neu zu betrachten um dich von alten Gewohnheiten zu befreien, freue ich mich darauf dich kennenzulernen und mit dir gemeinsam deine Wahrheit neu zu definieren...
Lass uns die Welt gemeinsam ein kleines Stückchen besser machen!
Love, Peace & Namaste
Anja
Das Paradies ist kein Ort. Es ist ein Zustand des Bewusstseins. - Sri Chinmoy


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